Mit Incus (dem Community-Fork von LXD) verwaltest du System-Container und virtuelle Maschinen über ein einziges, einheitliches Werkzeug. Die Frage bleibt aber dieselbe wie eh und je: Brauche ich einen Container oder eine vollwertige VM?
Der schnelle Vergleich
| Eigenschaft | Container (LXC) | VM |
|---|---|---|
| Overhead | sehr gering | höher |
| Startzeit | Sekunden | länger |
| Eigener Kernel | nein | ja |
| Fremde OS (Windows) | nein | ja |
| Isolation | gut | sehr gut |
Das Schöne an Incus: Für beide Varianten benutzt du dieselben Befehle – nur das Flag --vm entscheidet.
Container starten
System-Container teilen sich den Kernel des Hosts und sind damit schlank und schnell:
incus launch images:debian/12 web01
incus exec web01 -- bash
Gut geeignet für:
- Klassische Linux-Dienste (Webserver, Datenbanken, Reverse-Proxy)
- Viele kleine Dienste auf begrenzter Hardware
- Schnelles Hoch- und Runterfahren
Eine VM starten
Eine VM bringt ihren eigenen Kernel mit und ist stärker isoliert – derselbe Befehl, nur mit --vm:
incus launch images:debian/12 vm01 --vm
Sinnvoll, wenn:
- Du einen anderen Kernel oder spezielle Module brauchst
- Du ein anderes Betriebssystem benötigst (z. B. *BSD, Windows)
- Maximale Isolation wichtig ist (z. B. für unsichere Workloads)
Faustregel: Linux-Standarddienst? Nimm einen Container.
Anderer Kernel/OS oder maximale Trennung? Nimm eine VM mit--vm.
Nützliche Befehle
incus list # Alle Instanzen anzeigen
incus info web01 # Details zu einer Instanz
incus stop web01 # Instanz stoppen
incus snapshot web01 snap1 # Snapshot anlegen
Fazit
Für den typischen Homeserver fährst du mit **Containern für die meisten Dienste und VMs für Sonderfälle** am besten. Incus macht den Wechsel zwischen beiden Welten angenehm einfach – ein Tool, eine Befehlslogik.
